Skip to main content

Benommenheit und Schwindel

Schwindelgefühle und Benommenheit – was verbirgt sich dahinter?

Viele Menschen leiden unter Schwindel und suchen aus diesem Grund einen Arzt auf. Insbesondere ältere Menschen, die das 60. Lebensjahr überschritten haben, quält zusätzlich zum Schwindel noch eine Benommenheit. Doch Benommenheit und Schwindel können grundsätzlich in jeder Altersgruppe vorkommen und haben unterschiedlichste Ursachen. Doch was verbirgt sich konkret hinter diesen beiden Erscheinungen, wie gefährlich sind sie und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Wie fühlt sich Schwindel in Kombination mit Benommenheit an?

Betroffene Personen empfinden sich als „benebelt“ und irgendwie „nicht ganz anwesend“. Sie beschreiben ein sogenanntes „Glasscheibengefühl“, das heißt sie sehen Ihre Umwelt wie durch eine Glasscheibe. Nicht selten klagen Betroffene auch über Schwierigkeiten, eine andere Person oder ein Objekt für längere Zeit mit den Augen zu fixieren. Diese Symptome bleiben dabei in der Regel konstant, da sie weder atem- und bewegungsunabhängig sind. Meistens gesellen sich zum Schwindel und zur Benommenheit noch weitere Begleiterscheinungen hinzu, wie beispielsweise Kopfschmerzen oder Konzentrationsstörungen.

Benommenheit und Schwindel – was ist das?

Benommenheit ist kein klar definierter Begriff, sondern ein „Überbegriff“ für unterschiedliche Empfindungen, wie zum Beispiel:

  • Das Gefühl, ohnmächtig zu werden
  • Gleichgewichtsschwankungen
  • Schwächegefühl
  • Ein Gefühl „neben sich zu stehen“

Benommenheit SchwindelSchwindel wird in der medizinischen Fachsprache als Vertigo bezeichnet. Betroffene Personen haben das Gefühl, dass sich ihre Umgebung um sie herumdreht. Nicht selten verspüren sie auch einen leichten Zug zu einer Seite. Schwindel ist keine Diagnose, sondern lediglich eine Bezeichnung für eine Empfindung.

In einigen Fällen kommen zum Schwindel weitere Begleiterscheinungen, wie beispielsweise Erbrechen, Übelkeit oder eine Störung des Gleichgewichtsinns hinzu. Die meisten vom Schwindel betroffenen Menschen fühlen sich beim Gehen unsicher und haben Angst zu stürzen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass nicht alle Personen diese Begleiterscheinungen in gleichem Maß verspüren. Auch eine klare Differenzierung zwischen diesen beiden Begriffen ist nicht möglich, daher erfolgt in der Medizin immer eine ganzheitliche Betrachtung. Die Empfindungen werden von einigen Betroffenen als Schwindel und von anderen wiederum als Benommenheit wahrgenommen.

Auslöser für Benommenheit und Schwindel – Fehlhaltungen und Verspannungen

Benommenheitsschwindel kann die Alltagsbewältigung teilweise erheblich einschränken, insbesondere wenn er von Erbrechen oder Übelkeit begleitet wird. Besonders problematisch wird es für Personen, die einer anspruchsvollen Tätigkeit nachgehen, wie beispielsweise Fliegen oder Autofahren. Die Ursachen für die Entstehung sind dabei ganz unterschiedlich.

Kopffehlhaltungen oder Verspannungen der Nackenmuskulatur sind ein Hauptauslöser für Benommenheit und Schwindel. Betroffen sind besonders die kurzen Nackenmuskeln am Hinterkopf. Diese kleinen Muskeln leisten hauptsächlich die Balancearbeit bei der Kopfhaltung. Die Nackenmuskulatur beinhaltet eine Vielzahl an Muskelspindeln und sonstigen Rezeptoren, die bereits kleinste Spannungsänderungen aktiv wahrnehmen und an das Gehirn weitermelden.

SchwindelDer obere Nackenbereich ist der Hauptkoordinator der Augen- und Kopfbewegungen. Zudem wird von hier aus der Gleichgewichtssinn wesentlich mitreguliert. Wenn dieser Muskelbereich nun verspannt ist, kommt es in Folge dessen zu einer Schiefstellung der oberen Halswirbel. Diese Information wird von den jeweiligen Rezeptoren an das Gehirn weitergeleitet und führt dort zu einem Konflikt: Diese Informationen widersprechen nämlich den Informationen aus dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr des Menschen. Die Folge ist, dass Benommenheit, Schwindel und Orientierungslosigkeit entstehen.

Eine Verspannung der Nackenmuskulatur kann leicht entstehen. Meisten sind Fehlhaltungen des Kopfes, wie zum Beispiel die „Schildkrötenhaltung“ die Ursache dafür. Diese Kopffehlhaltung entsteht heutzutage oftmals bei Menschen, die viel am Computer oder im Büro arbeiten. Als vorbeugende Maßnahme sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass der Bildschirm weder zu hoch, noch zu niedrig eingestellt ist. Doch auch ein falsch eingestellter Autositz kann zu Kopffehlhaltungen und schmerzhaften Verspannungen führen. Durch die Nacken- und Kopffehlhaltung treten Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Benommenheit und Schwindel auf.

Ursachen von Benommenheit und Schwindel

Die am häufigsten vorkommenden Ursachen für Schwindelgefühle und Benommenheit sind:

  • Verspannungen der Nackenmuskulatur in Folge von Kopffehlhaltungen
  • Niedriger Blutdruck und ein langsamer Puls (Kreislaufprobleme)
  • Schlafmangel kann ebenfalls ein Benommenheitsempfinden auslösen
  • Ungleichgewicht des Blutzuckerwertes (Über- oder Unterzuckerung)
  • Eingeklemmte Nerven oder sonstige Durchblutungsstörungen
  • Vestibuläre Migräne

Hierbei handelt es sich um eine Sonderform der Migräne, die vor allem bei Personen auftritt, bei denen Migräne bereits in der Familie diagnostiziert wurde. Die Betroffenen leiden oftmals unter starken Kopfschmerzen in Kombination mit Benommenheit und Schwindel.

Welche Warnsignale und Symptome sendet der Körper aus?

Wenn sich Benommenheit und Schwindel ausbreiten, zeigt der Körper oftmals weitere Symptome und Warnsignale an, wie beispielsweise:

  • Müdigkeit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kaltschweißigkeit
  • Blässe
  • Kopfschmerzen (in einigen Fällen in Kombination mit einem unangenehmen Druckgefühl im Kopf sowie einer Lichtempfindlichkeit)
  • Sehstörungen, wie Doppelbilder, eine verschwommene Wahrnehmung oder eine Einschränkung des Sichtfeldes
  • Störungen des Gleichgewichtsinns
  • Unsicherheiten beim Stehen und Gehen
  • Nackenschmerzen
  • Ohnmachtsgefühl

In seltenen Fällen können auch sonstige neurologische Begleiterscheinungen auftreten, wie beispielsweise Sprach- und Hörstörungen oder eine Einschränkung des Bewegungsapparates.

In welchen Fällen sollte ein Facharzt aufgesucht werden?

Wer immer häufiger unter Schwindelgefühlen und Benommenheit leidet, sollte einen Arzt aufsuchen um die Ursachen dafür zu identifizieren. Der Mediziner verschafft sich ein umfassendes Bild über den Patienten, möglicherweise bestehende Vorerkrankungen oder verschriebene Medikamente.

Schwindel UrsachenJe nach Situation werden weitere Untersuchungen, wie beispielsweise eine Blutdruckmessung, Ermittlung des Blutzuckerspiegels oder sonstige neurologische Untersuchungen durchgeführt. Auch eine Computertomographie (CT), ein EKG oder ein Ultraschall können zur Ursachendiagnostik von Schwindel und Benommenheit angewendet werden.

Bei den folgenden Begleiterscheinungen und Warnzeichen sollte dringend ärztlicher Rat eingeholt werden:

  • anhaltende Übelkeit
  • Nackensteifheit und Schmerzen bei Kopfbewegungen
  • plötzlich auftretende, intensive Kopfschmerzen
  • zunehmende Schläfrigkeit
  • Lähmungserscheinungen
  • Taubheitsgefühle
  • Sprach- und Sehstörungen
  • Krampfanfälle

Hilfreiche Tipps zur Vorbeugung und Linderung von Benommenheit und Schwindel

Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten:

Eine Dehydration ist eine der hauptsächlichen Auslöser für Benommenheit und Schwindel. Vor allem nach anstrengender sportlicher Betätigung oder an heißen Sommertagen, hat der Körper einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf.

Schnelle Hilfe:

Ein zu niedriger Blutzuckerspiegel kann ebenfalls Benommenheit und Schwindel auslösen. Eine kleine Banane, Früchte oder ein paar Nüsse können die Energiereserven wieder auffüllen und die Symptome lindern.

Tief durchatmen:

Tiefe Atemzüge bewirken eine bessere Sauerstoffversorgung des Gehirns. Dies entspannt das gesamte Nervensystem und reduziert Begleiterscheinungen von Benommenheit und Schwindel.

Wer unter Schwindelanfällen und Benommenheitsgefühlen leidet, sollte sich kurz hinsetzen oder hinlegen, um Sturzverletzungen zu vermeiden. Dann langsam und vorsichtig aufstehen, um Benommenheit und Schwindel nicht zu verstärken

Ernährung und genügend Sport:

Auf eine gesunde, vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung achten. Ebenfalls auf ausreichend Bewegung achten und somit eine verspannte Nackenmuskulatur vorbeugen.


Ähnliche Beiträge