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Drehschwindel

Drehschwindel – Was ist das?

Beim klassischen Drehschwindel, auch „Menière-Krankheit“ oder „Morbus Menière“ genannt, handelt es sich um ein Schwindelgefühl ähnlich dem, nach einer längeren Drehung auf einem Bürostuhl oder nach einer Fahrt auf dem Riesenrad. Betroffene fühlen sich, als hätten diese einen Drehwurm oder würden ins Bodenlose fallen. Nicht selten haben Betroffene dieser Art des Schwindels auch das Gefühl, ohnmächtig zu werden.

Bei dieser Art des Schwindels kann es sich jedoch auch um eine dauerhafte Schwindelerkrankung handeln, die nicht auf die oben genannten „harmlosen“ Ursachen zurückgeführt werden kann. Der Drehschwindel kann in seltenen Fällen dauerhaft und durchgängig oder, wie in den meisten Fällen, in unregelmäßigen Schüben auftreten. Die Schübe dauern im Durchschnitt eine halbe Stunde bis mehrere Stunden an. Die Symptome des Drehschwindels sind zumeist ein Schwindelgefühl, eine Hörminderung, Ohrengeräusche, allgemeines Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen und eine Fallneigung.

Der aktuelle Forschungsstand

Schwindel UrsachenDie genauen Ursachen dieser Art des Schwindels gelten in der medizinischen Forschung bis heute als noch nicht abschließend geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass primär eine komplizierte Störung in der Bildung und des Abflusses der Flüssigkeit des Innenohrs vorliegt. Übermäßige Dehnungen können Risse in der Membranstruktur des Innenohrs zur Folge haben. Dieser Reiz könnte hauptursächlich für den Drehschwindel und den mit diesem häufig einhergehende Hörprobleme sein. Was genau die Reaktion auslöst, ist bisher nicht ausreichend erforscht. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass auch Virusinfektionen, eine mangelnde Versorgung mit Blut und allergische Reaktionen die Störung auslösen könnten.

Mögliche Ursachen

Als mögliche Ursache für den sogenannten „horizontalen Drehschwindel“ können Beschädigungen („Läsionen“) der Gleichgewichtsnerven im Hirnstamm vorliegen. Der Hirnstamm befindet sich dabei am unteren Teil des Gehirns und koordiniert die Motorik und das Zusammenspiel der Sinnesreize mit dem Gehirn über Rezeptoren.

Häufig ist der Drehschwindel auf bereits bestehende Erkrankung, beispielsweise des Herz-Kreislauf-Systems, zurückzuführen oder wird durch einzelne Reize, zum Beispiel durch eine einmalige extreme Stresssituation, hervorgerufen.

Auch eine bestimmte Änderung der Kopflage (Lagerungsschwindel) und die Platzierung des Kopfes (Lageschwindel) kann diese Art des Schwindels auslösen oder einen bereits bestehenden Drehschwindel weiter verschlimmern.

DrehschwindelFür diese Schwindelsart ebenfalls ursächlich gelten diffuse Angststörungen, Phobien, Sehstörungen, Depressionen / Neurosen, chronische Vergiftungen, Medikamentenunverträglichkeiten und Suchterkrankungen.

Gerade da Schwindel als eine der häufigsten Nebenwirkungen einer regelmäßigen Medikamenteneinnahme gilt, tritt der Drehschwindel, genau wie alle anderen bekannten Schwindelarten, am häufigsten bei älteren und bereits gesundheitlich belasteten Menschen auf. So sind die meisten von Drehschwindel betroffenen Personen zwischen 40 bis 65 Jahre alt. Männer sind von dieser Schwindelart ein wenig häufiger betroffen als Frauen.

Häufig tritt der Drehschwindel als eine relative harmlose Form des Schwindels auf, die jedoch schnell zu einem chronischen andersartigen Schwindel übergehen kann. Betroffene sollten daher unbedingt den auf den ersten Blick harmlos erscheinenden Drehschwindel in der Schwindelambulanz oder beim Neurologen untersuchen lassen.

Die Diagnose

Um den Schwindel diagnostizieren zu können, untersucht ein Hals-Nasen-Ohrenarzt die Hör- und Gleichgewichtsfunktion mittels unterschiedlicher Methoden.
Da diese Art des Schwindels meist sehr plötzlich auftritt und oftmals die Symptome sehr ausgeprägt sind, lassen sich die meisten Betroffenen schon bei der ersten Attacke medizinisch untersuchen. Nicht selten wird erst ein Herzinfarkt vermutet, so dass der Notarzt bestellt wird.

In einem ersten Schritt erkundigt sich der behandelnde Mediziner nach der individuellen Krankheitsgeschichte des Betroffenen. Zudem fragt der Arzt danach, wie lange die Beschwerden bereits bestehen und ob diese schon einmal in der Vergangenheit aufgetreten sind. Die anschließende Untersuchung des Trommelfells mit dem Ohrspiegel und ein Hörtest weisen dann auf das Vorliegen einer Drehschwindel Erkrankung hin.

Hinweis: Auch bildgebende Verfahren und eine Gleichgewichtsprüfung, bei der eine Spezialbrille getragen und die Augen dann ruckartig in Richtung der Innenohrseite gerichtet werden, kann Aufschluss über eine bestehende Drehschwindel Erkrankung liefern.

Die Behandlung

Grundsätzlich ist es immer ratsam, so schnell wie möglich auftretenden Schwindel medizinisch untersuchen zu lassen. Nur so kann eine zuverlässige Diagnose zum genauen Krankheitsbild und den Prognosen gestellt werden. Mediziner können schwindelsenkende Medikamente, wie zum Beispiel Vertigo-Vomex, verschreiben. Dieses Medikament hemmt die Reizübertragung des Gleichgewichtssinns und beruhigt das Brechzentrum im menschlichen Hirn.

Ist Vorbeugung möglich?

Die Vorbeugung ist nicht möglich. Dies insbesondere dann nicht, wenn es sich bei dem Schwindelgefühl um eine Begleiterscheinung einer Erkrankung der Nerven handelt.

Vorbeugende Maßnahmen sind immer darauf angelegt, die aufgetretene Schwindelerkrankung zu beheben oder zumindest zu lindern.

Betroffene sollten Situationen, die einen Drehschwindel auslösen können, wie zum Beispiel die Fahrt in einem Karussell, eine rasante Autofahrt oder eine Schiffsfahrt, nach Möglichkeit meiden.


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