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Gleichgewichtsstörung

Schwindel ist ein häufig auftretendes Symptom und kann ein Anzeichen für Mängel oder Krankheiten sein – häufig handelt es sich jedoch nur um ein unangenehmes Gefühl mit einer Gleichgewichtsstörung, das bei häufiger Erscheinung jedoch die Lebensqualität erheblich einschränken kann. Soweit ungeklärt ist, worauf die Gleichgewichtsstörung beruht, sollten Sie sich unbedingt ärztlich untersuchen lassen.

Verschiedene Arten von Schwindel

Gleichgewichtsstörungen werden subjektiv unterschiedlich wahrgenommen, zudem gibt es verschiedene Arten von Schwindel. Beim Drehschwindel hat der Betroffene das Gefühl, seine Umgebung oder er selbst drehe sich im Kreis. Der Schwankschwindel hingegen kommt dem Gefühl nahe, sich auf einem schaukelnden Boot zu befinden. Eine weitere Schwindelart ist der Lagerungsschwindel, bei dem die Gleichgewichtsstörung durch bestimmte Bewegungen, wie das Umdrehen im Bett, verursacht wird.
Die meisten Arten von Schwindel haben jedoch eines gemeinsam: Sie verursachen eine Gleichgewichtsstörung.

Doch wie kommt es zu den unangenehmen Schwindelgefühlen mit Gleichgewichtsstörung?

Die wichtigsten Sinnesorgane für ein gut funktionierendes Gleichgewicht, sind unsere Ohren. Im Innenohr liegt das Gleichgewichtsorgan, das unser Gleichgewichtszentrum im Gehirn über Bewegungen und Koordination informiert.

GleichgewichtsstörungAuch die Augen spielen für einen uneingeschränkten Gleichgewichtssinn eine wichtige Rolle. Die Funktion der Augen im Zusammenhang mit dem Gleichgewicht kann man sich bewusst machen, indem man auf einem Bein stehend die Augen schließt. Es wird Ihnen wesentlich schwerer fallen, das Gleichgewicht zu halten, als mit geöffneten Augen. Dies liegt daran, dass die Augen für unser räumliches Orientierungsempfinden zuständig sind.
Die Muskeln senden ebenfalls Signale an das Gleichgewichtszentrum, somit wissen wir genau, wie wir uns bewegen und welche Haltung oder Stellung unser Körper gerade einnimmt, ohne dies eindeutig sehen zu müssen.

Für die gesamte Informationsverarbeitung der Meldungen von Innenohr, Augen und Muskeln ist das Gehirn mit dem Gleichgewichtszentrum zuständig. Verarbeitet das Gehirn die Informationen reibungslos, ist ein ausgeglichener Gleichgewichtssinn vorhanden – wir fühlen und sicher, Orientierung ist vorhanden und wir wissen über Lage und Bewegungen unseres Körpers Bescheid.
Bei Menschen, die von Schwindel betroffen sind, ist dieser Prozess gestört und es kommt zu einer Gleichgewichtsstörung. Es kann eine Störung bei der Weitergabe der Signale vorhanden sein, Augen oder Ohren könnten also betroffen sein. Auch eine Störung bei der Signalverarbeitung kann zu Schwindel führen, hier würde also eine Störung im Gleichgewichtszentrum des Gehirns vorliegen.

Man unterscheidet insgesamt zwischen 3 Schwindelarten:

Peripher-vestibuläre Schwindel

Der Peripher-vestibuläre Schwindel wird wie oben beschrieben durch Störungen der Gleichgewichtsorgane ausgelöst. Bei dieser Art von Schwindel leidet der Betroffene häufig an aggressivem Drehschwindel oder Lagerungsschwindel. Begleitet werden die Erscheinungen häufig durch Übelkeit. Durch die starken Schwindelattacken besteht aufgrund der Gleichgewichtsstörung eine größere Gefahr des Hinfallens.

Zentral-vestibulärer Schwindel

Der Zentral-vestibulärer Schwindel hat seinen Ursprung hingegen im Gehirn. Es liegt eine Schädigung im Gehirn vor, die entweder das Klein- oder Großhirn oder auch den Hirnstamm betreffen. Diese Schädigungen sind meistens durch Entzündungen, Tumore oder Durchblutungsstörungen entstanden, weshalb diese Art von Schwindel ein Indikator für schwerwiegendere Krankheiten sein kann.

Nicht-vestibulärem Schwindel

Wenn keines der gleichgewichtsgebenden Organe oder Zentren geschädigt ist und trotzdem eine Gleichgewichtsstörung vorliegt, spricht man vom Nicht-vestibulärem Schwindel. Ursachen für diesen Schwindel, der sich vielseitig auswirken kann, können unterschiedlichste Faktoren sein. Von Schädigungen des Rückenmarks über Herzrhythmusstörungen oder Kreislaufprobleme mit niedrigem Blutdruck bis hin zu Angstzuständen kann unzähliges der Auslöser für den Schwindel sein.

Da Schwindel als Symptom von sehr vielen unterschiedlichen Ursachen herrühren kann, liegt vor vielen Betroffenen ein langwieriger Prozess, der viele Arztbesuche umfassen kann, bis endlich die Ursache der Gleichgewichtsstörung gefunden werden kann.

Hinweis: Dennoch sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, wenn Schwindelanfälle mit Gleichgewichtsstörung häufiger auftreten, um ernstere Ursachen auszuschließen.

Was können Sie gegen Schwindel tun?

Viele Patienten haben sehr lange mit dem Problem der Gleichgewichtsstörung zu kämpfen, bis die tatsächlichen Ursachen gefunden und diese behandelt werden können. Deshalb ist es wichtig, zu wissen, wie man sich bei einem Schwindelanfall richtig verhält und was man unabhängig von der Ursache gegen die Gleichgewichtsstörung unternehmen kann.

SchwankschwindelWenn Sie unter einer Gleichgewichtsstörung leiden und einen Anfall bekommen, sollten Sie versuchen, möglichst tief und langsam zu Atmen. Die Konzentration auf das Atmen führt zu einer ersten Beruhigung und einem Sauerstoffmangel wird vorgebeugt, der ebenfalls eine Ursache von Schwindelgefühlen sein kann.

Trinken Sie nach Möglichkeit ein Glas kaltes Wasser. Das kühle Wasser hilft bei Kreislaufproblemen, ebenso wie Zucker unterstützend wirken kann. Hier eignet sich beispielsweise Traubenzucker als schnelle Zuckerzufuhr.
Wenn Sie keine Kontrolle mehr über ihr Gleichgewicht haben, legen Sie sich schnellstmöglich hin und verlagern Sie Ihre Beine in eine hohe Position. Auch diese Stellung wirkt stabilisierend, indem das Blut aus den Beinen wieder zum Herz zurückfließt und der Blutdruck wieder ansteigen kann.

Auch eine Massage des Bereiches zwischen Daumen und Zeigefinger, der sogenannten Daumenbeuge, kann Schwindel verhindern oder reduzieren. Besonders bei Drehschwindel ist es wichtig, einen festen Punkt zu fixieren und sich darauf zu konzentrieren. Dies wirkt den drehenden Schwindelgefühlen entgegen.


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