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Kurze Schwindelanfälle

Was steckt hinter kurzen Schwindelanfällen und was sollten Sie unternehmen?

Fast jeder kennt das Gefühl, das Gleichgewicht zu verlieren. Schwindel lässt die Welt kreisen. Dieser Zustand kann z.B. beim Autofahren, auf einem Schiff oder im Aufzug eintreten. Betroffene Personen schaffen es kaum noch, sich senkrecht zu halten. Falls Ihre kurzen Schwindelanfälle gehäuft auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um Stürze zu vermeiden und den Schwindel genau untersuchen zu lassen. Insbesondere bei älteren Personen kann die Folge dieser Attacken eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Stürze sein.

Treten die Schwindelgefühle zusammen mit deutlich feststellbaren Seh-, Sprach- oder Schluckstörungen oder mit gelähmten Gliedmaßen auf, dann muss sofort abgeklärt werden, ob die betroffene Person keinen Schlaganfall hat. Das Risiko von kurzen Schwindelanfällen betroffen zu sein, steigt mit höherem Alter an. Jeder zweite Hausarzt-Termin steht bei Patienten, die über 80 Jahre alt sind, mit Gleichgewichtstörungen und Schwindel in Zusammenhang.

Was sollten Sie bei kurzen Schwindelanfällen tun?

kurze SchwindelanfälleWenn die Schwindelattacken gehäuft auftreten, sollten Sie einen Termin beim Hausarzt vereinbaren. Ihr Arzt benötigt Informationen sowohl über die Art und Weise, als auch über die Dauer der Beschwerden. Außerdem müssen die Situationen beschrieben werden, in denen der Schwindel auftritt. In den meisten Fällen ergeben sich aufgrund der Problemdarstellung Anhaltspunkte über die mögliche Ursache. Medikamente können auch der Auslöser für kurze Schwindelanfälle sein. In solchen Fällen kann der behandelnde Arzt häufig ein Alternativpräparat verschreiben. Schwindel lässt sich nicht als Krankheit beschreiben, sondern als ein Symptom von einer Krankheit oder von einer Störung. Diese Beschwerden sind oft harmlos, sie können aber auch Vorboten von gefährlichen Gesundheitszuständen sein.

Hinweis: Patienten mit chronischem Schwindel sind oft schon so daran gewöhnt, damit es so weit nicht kommt, sollten Sie Ihre kurzen Schwindelanfälle immer ernst nehmen.

Wie funktioniert der Gleichgewichtssinn?

Der Gleichgewichtssinn funktioniert automatisch, der Mensch muss weder beim Stehen noch beim Gehen besonders darauf achten. Das Halten der Balance ist für den menschlichen Körper nicht so einfach, denn eine sehr komplexe Zusammenarbeit zwischen den zwei Gleichgewichtorganen im Bereich des Innenohrs und den restlichen Sinnesorganen ist dafür erforderlich.

Morbus MeniereIn den beiden Gleichgewichtsorganen ermitteln drei Bogengänge, die mit Flüssigkeit gefüllt sind, die Drehbewegungen eines menschlichen Kopfes. Die Beschleunigung eines Kopfes wird dort gleichzeitig von den Otolithen, das sind winzige Kalziumkarbonat-Kristalle, registriert. Eine systematische Tiefenwahrnehmung hilft außerdem bei der räumlichen Orientierung – das geschieht mithilfe von Fühlern an Muskeln, Sehnen und Gelenken. Diese Fühler reagieren sowohl auf Anspannung als auch auf Entspannung eines Körpers. Sehr viele Informationen werden in Richtung des Gehirns geleitet. Kommen diese Informationen im Gehirn an, werden sie dort auf eine Weise verarbeitet, dass von unserer Umgebung ein durch Stabilität gekennzeichnetes Bild entsteht. Für das Auftreten von kurzen Schwindelanfällen reicht es aus, wenn eines dieser Systeme ein deutliches Problem verursacht oder mehrere Systeme leichte Probleme verursachen.

Ursachen von kurzen Schwindelanfällen

Die Welt verliert das Gleichgewicht, wenn die Kommunikation der beschriebenen Systeme gestört wird. Wenn Sie im Auto lesen, fixieren Sie Ihre Augen auf eine bewegungslose Schrift, während sowohl die Tiefenwahrnehmung als auch das Gleichgewichtsorgan die Geschwindigkeit der Fortbewegung registrieren. Ähnliche Unstimmigkeiten finden beispielsweise bei einer Schiffsfahrt oder bei der Benutzung eines Aufzugs statt. Die kurzen Schwindelanfälle verschwinden im Normalfall bald wieder.
Nach Kopfschmerzen sind Schwindelgefühle das Krankheitssymptom, das am zweithäufigsten auftritt. Nur selten sind neurologische Erkrankungen, die ernsthafte Auswirkungen haben, die Ursache der Beschwerden. Bei dieser Schwindelproblematik liegen oft Störungen beim Gleichgewichtsorgan vor. Kurze Schwindelanfälle können aber auch durch Sehstörungen, Kreislaufbeschwerden oder Erkrankungen an der Wirbelsäule im Bereich des Halses ausgelöst werden.

Das Ohr als häufiger Grund für Schwindelgefühle

Der anfallsartig vorkommende Lagerungsschwindel hat eine ganz charakteristische Symptomatik. Die Betroffenen wachen morgens auf und drehen sich in ihrem Bett um. Plötzlich wird diesen Personen sehr schwindelig und übel, nach etwa einer halben Minute ist der kurze Schwindelanfall meistens dann wieder verschwunden. Die Verursacher sind oft kleine Kristalle, die die Sinneszellen in den Bogengängen vom Innenohr reizen und sich dort verirrt haben.

Falls der Schwindel plötzlich auftritt und an eine massive Übelkeit gekoppelt ist, besteht die Möglichkeit eines Ausfalls des Gleichgewichtsorgans. Diese Problematik kann auch durch Durchblutungsstörungen oder Virusinfektionen verursacht werden. Ein Ausfall des Gleichgewichtsorgans steht meist mit länger andauerndem Schwindel in Verbindung.

Psychische Ursachen für kurze Schwindelanfälle

SchwankschwindelSpätestens, wenn der HNO-Arzt nichts findet, wird der Neurologe hinzugezogen. Dieser Arzt sucht mit der Hilfe von bildgebenden Verfahren nach Tumoren, Entzündungen oder einem Schlaganfall. Ein körperlicher Grund wird in vielen Fällen nicht gefunden, die Beschwerden haben somit eine seelische Ursache.

Die kurzen Schwindelanfälle treten bei diesen Patienten oft aufgrund von Depressionen oder Ängsten auf. Ein Beispiel ist der phobische Schwankschwindel, der in wiederkehrenden Situationen etwa in großen Menschenmengen oder beim Autofahren auftritt. Insbesondere jüngere Menschen leiden unter dieser Art des Schwindels.

Ein Psychologe kann hier mit einer Verhaltenstherapie versuchen, die Patienten von ihren Ängsten zu befreien. In bestimmten Fällen brauchen die Betroffenen auch Antidepressiva.

Vestibuläre Migräne als Ursache von Schwindel

Schwindel tritt bei den jüngeren Patienten häufiger an einen Migräneanfall gekoppelt auf. In diesen Fällen wird von vestibulärer Migräne gesprochen. Den Betroffenen wird plötzlich schwindelig und übel, manche müssen sich auch erbrechen. Nach einigen Minuten lassen die Beschwerden abrupt nach, dann folgt eine heftige Kopfschmerzattacke. Die kurzen Schwindelanfälle sind quasi eine Ankündigung für Migräneanfälle. Ein solcher Migräneanfall kann aber auch von anderen Beschwerden eingeleitet werden.

Tipp für den Umgang mit kurzen Schwindelanfällen

Falls zum Beispiel die Reisekrankheit hinter dem Schwindel steckt, reicht es oft schon, wenn in regelmäßigen Abständen eine Pause eingelegt wird. Langfristig kann es dann auch helfen, wenn sich die Betroffenen wiederholt den auslösenden Reizen aussetzen. Die Abstände zwischen den Wiederholungen sollten aber kurz sein.


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