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Lagerungsschwindel

Was ist Lagerungsschwindel?

Beim benigne paroxysmalen Lagerungsschwindel, auch „peripherer paroxysmaler Lagerungsschwindel“ genannt, handelt es sich um ein Schwindelgefühl, welches durch eine Lageveränderung hervorgerufen wird. Das Wort „benigne“ bedeutet dabei harmlos und gutartig, das Wort „paroxysmal“ hingegen anfallartig.

Prinzipiell gilt diese Art des Schwindels als harmlos und ungefährlich. Für Betroffene ist der Schwindel deshalb so unangenehm, da dieser plötzlich und ohne Vorwarnung auftritt.

Zu den klassischen Symptomen gehört, dass dem Betroffenen „schwarz vor Augen“ wird und dieser das Gefühl hat, ohnmächtig zu werden. Auch ein allgemeines Unbehagen, Brechreiz, Übelkeit, Ohrensausen und Hörprobleme können mit dem Lagerungsschwindel einhergehen.

Wann und in welcher Form tritt der Lagerungsschwindel auf?

LagerungsschwindelLagerungsschwindel kann in unterschiedlichen Situationen auftreten. Entsprechend können auch die Dauer der Schwindelattacke und die Intensität dieser variieren. Meist handelt es sich beim Lagerungsschwindel um ein anfallartiges Ereignis (paroxysmal), welches abhängig ist von der Lagerungsposition.

Die Attacke dauert in den meisten Fällen nur wenige Sekunden und endet von selbst wieder.

Wenn diese Art des Schwindels während des Liegens bei einer Drehung auf die andere Seite auftritt, können kreislaufbedingte Schwindelarten ausgeschlossen werden.

Mögliche Ursachen

In den meisten Fällen sind Ablösungen der Ohrensteine, die in die Bogengänge des Innenohrs gelangen, ursächlich für den Lagerungsschwindel. Die Flüssigkeit in den Bogengängen gerät dadurch in Bewegung, dass sich die Ohrensteine an neue tiefere Stellen setzen. In der Folge wird der Bogengang aktiviert, weshalb sich Otolithen ablösen.

Die Ablösung der Otolithen kann dabei folgende Gründe haben:

  1. eine akute Entzündung des Gleichgewichtssystems im Innenohr
  2. vorausgegangene Unfälle (meist Verkehrs- oder Skiunfälle)
  3. ein Schädeltrauma oder Kopfverletzungen
  4. ein höheres Alter

Auf Grund der Störung oder des Ausfalls des Gleichgewichtssinns kann es passieren, dass Rauminformationen falsch an das Gehirn übermittelt werden. So kann der typische Lagerungsschwindel entstehen.

Wer ist betroffen?

Benommenheit SchwindelVon der gutartigen Form des Lagerungsschwindels sind etwa 2 % der Bevölkerung betroffen. In den meisten Fällen trifft der Lagerungsschwindel ältere Menschen, zwischen dem 50. und dem 80. Lebensjahr.

Ältere Menschen sind deshalb häufiger von dieser Art des Schwindels betroffen, da sich die Ohrensteine im Alterungsprozess ablösen und aus diesem Grund der Bogengang verlagert wird.

Neben dem zunehmenden Alter steigt auch die Unfallgefahr bei älteren Menschen an. Auch Unfälle sind ein Faktor, der Lagerungsschwindel im Alter begünstigen kann.

Hinweis: Im Vergleich sind Frauen weitaus häufiger betroffen als Männer. Der Lagerungsschwindel bedarf, sollte dieser immer nur kurz und recht selten auftreten, keiner medizinischen Behandlung. Dies auch schon allein deshalb, da trotz einer medizinischen Behandlung das Rückfallrisiko bei bis zu 35 % liegt.

Die Diagnose

Eine Diagnose kann immer zuverlässig durch einen HNO-Arzt erfolgen. In einem ersten Schritt führt der Mediziner eine ausführliche Befragung zur Krankheitsgeschichte mit dem Betroffenen durch. Sollte der Arzt einen gutartigen Lagerungsschwindel beim Patienten vermutet, führt dieser mittels der „Dix-Hallpike-Lagerungsprobe“, weitere Tests durch. Mit dieser Methode wird der Schwindel künstlich und ganz bewusst hervorgerufen.

Zu diesem Zweck muss sich der Betroffenen aufrecht auf eine Unterlage setzen. In der Folge wird der Patient mit gedrehtem Kopf schnell auf die Seite der Liege gelegt. Sollte bei diesem Test ein Schwindelgefühl auftreten, so kann der Arzt relativ sicher einen vorhandenen Lagerungsschwindel diagnostizieren. Stellt der Arzt hingegen eine andere Art der Schwindelerkrankung fest, so handelt es sich hierbei meist um einen Schwindel, der auf Herz-Kreislauf-Probleme zurückzuführen ist.

Gezielte Übungen

SchwindelEine medikamentöse Therapie dieser Art des Schwindels wäre sinnlos, da es bislang keine Medikamente gibt, die bei dieser Form des Schwindels effektiv helfen können. Nichtsdestotrotz können die Beschwerden gelindert und zum Teil sogar vollständig durch gezielte Trainings geheilt werden. Bei diesen Trainings handelt es sich um Lagerungsübungen. In den letzten Jahren haben sich die Übungen „Sémont-Manöver“ und „Epley-Manöver“ als besonders vielversprechend bewiesen.

Beim Sémont-Manöver wird der Patient aufrecht auf eine Unterlage gesetzt. Der Kopf wird um 45° gedreht. In dieser Position wird der Patient auf die Unterlage gelegt und bleibt zwei bis drei Minuten in dieser Stellung. Danach erfolgt der Wechsel der Körperposition über eine 180° Drehung auf die andere Seite. Die Übung kann beliebig oft wiederholt werden und dank dieser wird der Körper an die Lagerungsbedingungen konditioniert.

Beim Epley-Manöver sitzt der Patient aufrecht und mit gestreckten Beinen mit dem einer 45° Drehung des Kopfes vor dem Arzt. Dieser drückt den Patienten mit einer schnellen Bewegung in die Rückenlage. In dieser Position muss der Kopf des Betroffenen über den Rand der Liege hinaus platziert werden. Im Anschluss wird der Kopf um 90° nach links gedreht. Der mögliche Schwindel wird kurz beobachtet, bevor der ganze Körper ebenfalls um 90° nach links gedreht wird. Nach etwa einer weiteren Minute wird der Patient wieder aufrecht hingesetzt. Auch in dieser Position werden erneute Anzeichen von Schwindel beobachtet und der Körper kann sich zugleich an die Lagerung gewöhnen.


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