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Schwindel durch HWS

Schwindel durch HWS – Wenn der Hals den Kopf beeinflusst

Ein Schwindelgefühl kann viele unterschiedliche Gründe haben. Auch die Halswirbelsäule – kurz HWS – kann verantwortlich sein. Aber welche Rolle spielt sie eigentlich, was löst den Schwindel durch HWS aus und was können Betroffene tun, damit die Beschwerden verschwinden?

Allgemeines über die Halswirbelsäule

Als Halswirbelsäule bezeichnen Mediziner die obersten sieben Wirbel der Wirbelsäule. Sie beginnt unter der Schädelbasis, wobei der Kopf direkt auf dem ersten Wirbel liegt. Dieser Wirbel wird auch als “Atlas” bezeichnet. Der Atlas liegt wiederum direkt auf dem darunter liegenden Wirbel, dem Axis. Im Gegensatz zu den anderen Wirbeln fehlt dem Atlas ein Wirbelkörper, was eine Drehung des Wirbels zur linken und zur rechten Seite erlaubt und es dem Menschen dadurch erlaubt, den Kopf zu drehen.

Neben der stützenden Funktion des Kopfes bietet die Halswirbelsäule auch als eine Art schützender Schlauch. Durch die Wirbel ziehen sich nämlich Blutgefäße, die unter anderem das Gehirn und die Muskulatur im Hals mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Zudem laufen von den Halswirbeln Nervenstränge ab, die zur Steuerung der Schultermuskulatur, des Zwerchfells und der Muskelstränge im Hals zuständig sind.

Ursachen für Schwindel durch HWS

Obwohl die Halswirbelsäule auf der einen Seite sehr beweglich ist, ist sie auch vergleichsweise anfällig für Beschädigungen oder Störungen, die dann wiederum ein Schwindelgefühl verursachen können. Folgende Ursachen für Schwindel durch HWS sind möglich:

Verspannungen der Muskulatur:

Eine Verspannung der Halsmuskulatur entsteht zum Beispiel dadurch, dass eine Person über einen längeren Zeitraum hinweg eine Fehlhaltung einnimmt. Das passiert unter anderem, wenn jemand am Arbeitsplatz über längere Zeit am PC arbeitet oder wenn junge Menschen die ganze Zeit auf ihr Smartphone hinunterschauen. Der Kopf wird dabei nach vorne überstreckt und die Halsmuskulatur verkrampft sich, sodass es zu einer Störung der Durchblutung und dadurch zum Schwindel durch HWS kommt.

Altersbedingter Verschleiß:

Zwischen den einzelnen Wirbeln der Wirbelsäule liegen kleine Knorpelscheiben, die auch “Bandscheiben” genannt werden. Diese dienen als eine Art Puffer und sollen die Wirbel und ihre Nerven und Blutgefäße vor Beeinträchtigungen durch Stürze, Stöße und Reibungen schützen. Diese Bandscheiben nutzen durch hohe Belastung beispielsweise beim Sport ab oder sie verschleißen auf natürliche Art und Weise als Folge des Alterns. Wenn die Knorpelscheiben zu stark abgenutzt werden, dann reiben einzelne Wirbel direkt aufeinander. Das kann dazu führen, dass dazwischenliegende Nerven oder Blutgefäße eingeklemmt werden. Der Kopf wird dann nicht ausreichend mit Blut und Nährstoffen versorgt und es wird ein Schwindel durch HWS ausgelöst.

Unfälle und Traumata:

Schwindel durch HWSEine häufige Ursache von Schwindel durch HWS sind Unfälle und Verletzungen, bei denen der Hals, die Schultern oder der Nacken betroffen sind. In der Regel führen solche Unfälle dazu, dass sich einzelne Wirbeln verschieben, was einzelne Blutgefäße einklemmt.

Eine andere Möglichkeit ist eine durch den Unfall bedingte Einblutung in die Halsmuskulatur, die sich dann als Bluterguss zeigt. Die Einblutung bedeutet, dass die normale Blutweiterleitung gestört ist und das Gehirn wiederum mit zu wenig Blut versorgt wird. Auch in so einem Beispiel ist ein Schwindel durch HWS eine Folge.

Ruckartige Bewegungen:

Es braucht nicht viel, um einen Schwindel durch HWS auszulösen. Manchmal reicht es schon, wenn jemand zu schnell seine Arme hebt oder seinen Kopf zur Seite dreht, weil ihn ein Bekannter von hinten anspricht. Die ruckartige Bewegung führt dazu, dass die Halswirbel sich zu schnell bewegen und Blutgefäße oder Nerven nicht mehr rechtzeitig wegbewegt werden können. Sie werden eingeklemmt und es wird der Schwindel durch HWS ausgelöst.

Was bei Schwindel durch HWS getan werden kann

Wenn Betroffene zum Arzt gehen und dieser einen Schwindel durch HWS feststellt, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie die Beschwerden gelindert werden können. Die einfachste Methode sind Medikamente. Der Arzt verschreibt ein Analgetikum gegen die Schmerzen und eventuell ein Mittel zur Entspannung der Halsmuskulatur. Das ist aber nur eine vorübergehende Lösung, die nur gegen die akuten Beschwerden hilft, aber nicht die Ursache behebt. Wesentlich effektiver sind dagegen:

  • Warme Packungen
  • Dehnübungen der Hals- und Schultermuskulatur
  • Ausrenken der oberen Körperpartie

Wärme hilft bei Schwindel durch HWS dabei, angespannte Muskeln und Sehnen wieder zu entspannen und gibt ihnen ihre Flexibilität zurück. In Kombination mit den Dehnübungen werden Verspannungen langsam abgebaut und die Muskeln nehmen ihre normale Funktion wieder auf. Das Ausrenken der oberen Körperpartie ist dagegen eine Art “schonender Zwang”.

Tipp: Es hilft oft bereits, wenn sich Betroffene mit den Händen oben an der Kante einer Tür festhalten und langsam in die Knie gehen, bis sie kaum noch auf den Beinen stehen. Wenn die Arme richtig langgestreckt werden, werden die Wirbel dadurch langsam auseinandergezogen und eingeklemmte Nerven und Blutgefäße wieder freigelegt. Können die Gefäße wieder normal arbeiten, lindert sich der Schwindel durch HWS langsam wieder.


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